Motivational Fit

Was ist der Motivational Fit?

Der Motivational Fit beschreibt das Ausmaß in dem die Aufgaben und Anforderungen der Position, die Arbeitsabläufe und Wertvorstellungen im Unternehmen und das soziale Umfeld in dem der Mitarbeiter lebt zu seiner persönlichen Zufriedenheit führen. Er beschreibt das Ausmaß in dem die Arbeit selbst motivierend und befriedigend wirkt.

Natürlich sind die fachlichen Kompetenzen von Interesse und ob der Bewerber die Aufgaben in der offenen Position bewältigen kann. Aber ein wesentlicher Faktor ist auch, welche Motivation der Bewerber mitbringt, was ihn antreibt und ob er sich in seiner zukünftigen Rolle wohlfühlen wird. Denn nur wenn die Motivation des Kandidaten mit den Rahmenbedingungen der Position übereinstimmt, wird er die größtmögliche Leistung erbringen können.

Motivation und Demotivation

Um im Bewerbungsgespräch gezielt Fragen zum Motivational Fit stellen zu können, sollten Sie als Personaler sich überlegen, welche Faktoren in der Position motivierend und welche demotivierend sein könnten. Vergessen Sie dabei nicht die Fachabteilung mit einzubeziehen. Niemand kann Ihnen besser Auskunft über das daily business und die damit einhergehenden Herausforderungen geben, als diejenigen, die es direkt betrifft.

Auch wenn Sie schon unzählige Bewerbungsgespräche geführt haben, schadet es nicht, sich darauf vorzubereiten. Vor allem dann, wenn es sich um eine neue Position handelt, mit der Sie bisher noch nicht konfrontiert waren oder Sie ein neues Team übernommen haben.
Um geeignete Kandidaten zu finden, müssen Sie auch wissen in welches Umfeld diese passen müssen!

Wie erkenne ich den Motivational Fit?

Um zu erfahren unter welchen Rahmenbedingungen der Kandidat die höchste Leistung erbringen kann, sollten Sie genau danach fragen:

„Zu welchem Zeitpunkt Ihrer Karriere waren Sie am zufriedensten?“

Idealerweise gibt der Bewerber auf diese Frage eine ausführliche Antwort und Sie bekommen einen ersten Eindruck. Jetzt ist es wichtig gezielt nachzufragen, um die Details dahinter zu erfahren. Sie wissen, welche Faktoren in der offenen Position motivierend oder demotivierend wirken können und gehen auch darauf ein.

Nachdem Sie sich darüber ein gutes Bild gemacht haben, lohnt es sich die Gegenfrage zu stellen:

„Erzählen Sie mir von einer Zeit in Ihrer Karriere, die sehr unbefriedigend für Sie war.“

Auch hier stellen Sie wieder gezielte Detailfragen, um im Anschluss Ihre Entscheidung noch genauer treffen zu können. Machen Sie sich eine Übersicht und vergleichen Sie die Antworten mit dem Anforderungsprofil der zu besetzenden Stelle.

Mit Motivation zu Höchstleistungen

Ein Beispiel zum Motivational Fit

Angenommen der Bewerber bringt absolut alle fachlichen Kompetenzen mit, die für die Position notwendig sind (man darf ja noch träumen). Es scheint, als hätten Sie die sprichwörtlich eierlegende Wollmilchsau gefunden. Sie sind so von seinem Know-How überzeugt und wollen ihn unbedingt, dass Sie das Bewerbungsgespräch als reine Formsache ansehen und der Person an sich nur wenig Aufmerksamkeit schenken. Sie werden sich vertraglich rasch einig und Ihr neuer Mitarbeiter beginnt.
Einige Zeit später kommt das böse Erwachen: die eierlegende Wollmilchsau performt nicht so wie erwartet haben. Warum?

In diesem Beispiel haben Sie sich im Bewerbungsgespräch nicht mit dem Motivational Fit des Kandidaten beschäftigt. Hätten Sie es getan, hätten Sie sich wahrscheinlich trotz seiner ausgezeichneten fachlichen Kompetenzen gegen ihn entschieden.

Die Auflösung des Beispiels:

Wie Sie im Gespräch mit dem neuen Mitarbeiter nun erfahren, ist es ihm besonders wichtig eine Chance auf Beförderung zu sehen. Er will auf der Karriereleiter nach oben und keine Fachkarriere einschlagen.

Ihr Unternehmen gibt auch jungen Mitarbeitern die Möglichkeit leitende Positionen einzunehmen. In dem Team, in welchem der neue Mitarbeiter begonnen hat, hat vor kurzer Zeit ein aufstrebender Mitarbeiter die Teamführung übernommen. Das bedeutet gleichzeitig, dass die Chancen für den neuen Mitarbeiter eher gering sind, diese Chance in naher Zukunft auch zu bekommen. Er hat also kein Ziel, das ihn motiviert weiterhin Höchstleistungen zu erbringen.
Aus Ihrer eierlegenden Wollmilchsau ist ein demotivierter Mitarbeiter geworden.

Mit diesem etwas überzeichneten Beispiel erkennen Sie, wie wichtig es ist, dem Motivational Fit im Bewerbungsgespräch Beachtung zu schenken. Von Zeit zu Zeit, sollte dieser auch überprüft werden, denn die Motivation der Mitarbeiter kann sich natürlich ändern.

Über die Autorin

Lisa-Maria Gnant, B.A. war viele Jahre in der unternehmensinternen HR in der IT und Automotive-Branche tätig. Seit März 2019 ist sie Teil von qualityfox, einem StartUp aus der Bier- und Messestadt Wieselburg im Bereich Personalvermittlung exklusiv für die Qualitätsbranche.

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